Die große Jugendhilfe-Reklamat!on

Demo zur Rettung der Berliner Kinder- und Jugendhilfe am 22.09.2019

Die große Jugendhilfe-Reklamat!on lädt Euch ein! Kommt alle und bringt alle mit!
Bezieht Stellung und macht mit uns auf die katastrophale Situation der Jugendhilfe aufmerksam!
Am 22.9.2019 um 18 Uhr im Mauerpark, zwischen Karaoke und Flohmarkt.

Als Gast mit dabei: Meret Becker

Im vergangenen halben Jahr haben sich über 500 Fachkräfte beteiligt, 13 Forderungen zur Verbesserung der Kinder- und Jugendhilfe zu erarbeiten.
Für diese wollen wir u. a. bei dieser Veranstaltung gemeinsam einstehen!

Protest-Kampagne zur Verbesserung der Situation in der Berliner Jugendhilfe

Die Jugendhilfe funktioniert leider nicht richtig und wir müssen sie zurückgeben. Sie hatte schon immer ihre Macken, das haben alle, die je mit ihr zu tun hatten, bei genauerem Hinsehen schnell gemerkt. Weil sie aber trotzdem dringend gebraucht wurde, wir sie ins Herz geschlossen haben und es einfach keine andere gab, waren wir über viele Jahre bereit, etwas über die Mängel hinwegzusehen.

Es gab auch mehrfach Reparaturversuche. Diese haben manchmal sogar etwas geholfen, oft die Schwierigkeiten aber noch vergrößert. Gleichzeitig wurden die Anforderungen an die Jugendhilfe größer und vielfältiger und sie wird diesen einfach nicht mehr gerecht. Darunter leiden sowohl Kinder, Jugendliche und Eltern, die sie benötigen, als auch in ihr tätige Erzieher*innen, Sozialarbeiter*innen und sonstige Akteur*innen inzwischen so stark, dass unsere Toleranz nun ausgeschöpft ist. Wir brauchen eine neue Jugendhilfe, die alte geben wir zurück.

Zur genauen Mängelbeschreibung, für Verbesserungsvorschläge und ganz besonders, um Gehör zu finden, brauchen wir Euch alle!

Ausgangssituation und Perspektiven

Der Kinder- und Jugendhilfe geht es seit Jahren zunehmend schlechter. Das komplexe Hilfesystem ist inzwischen derart belastet, dass es seinem gesetzlich verankerten Anspruch oft nicht mehr gerecht werden kann. Sowohl die betreuten und beratenen Kinder, Jugendlichen und Eltern als auch die in der Jugendhilfe tätigen Kolleg*innen sind nicht mehr funktionierenden Strukturen ausgesetzt, die für alle Beteiligten große Risiken beinhalten.

Es gilt, die vorhandenen Mängel und daraus abgeleitete Forderungen entschieden und öffentlichkeitswirksam zu reklamieren, das heißt zu beanstanden und auszurufen.

Die Kampagne „Die große Jugendhilfe-Reklamat!on“ möchte hierfür einen Rahmen bieten und der Jugendhilfe eine Stimme geben.

Teilnehmer*innen und Netzwerke

Alle Fachkräfte der Berliner Kinder- und Jugendhilfe sind herzlich eingeladen, die Kampagne mitzugestalten.

Wir freuen uns über jede Unterstützung durch unterschiedliche Akteur*innen wie Gewerkschaften, Verbände, Vereine, Initiativen, Teams und nicht zuletzt Einzelpersonen.

Ziele

Die Kampagne soll die Jugendhilfesituation in Berlin verbessern. Sie dient im Einzelnen

  • der Bewusstmachung gravierender Mängel in der Jugendhilfe, sowohl bei uns Fachkräften als auch in der Öffentlichkeit und Politik,
  • der Entwicklung von entsprechenden Forderungen und
  • der Vorbereitung und Durchführung öffentlichkeitswirksamer Aktionen zur Durchsetzung dieser gemeinsam entwickelten Forderungen.

Kolleg*innen aus unterschiedlichen Bereichen und allen Funktionsebenen der Kinder- und Jugendhilfe werden vernetzt und aktiv, indem sie miteinander ins Gespräch kommen und sich tatkräftig gegenseitig unterstützen.

Verlauf und Methoden

Die Kampagne besteht im Wesentlichen aus zwei Phasen:

  1. Die Diskussionsphase

    Im direkten Vorfeld der Diskussionsphase erhält die Vielzahl Fachkräfte der Jugendhilfe Emails mit der Aufforderung, sich als Moderator*in bei uns online anzumelden.

    Die Diskussionsphase beginnt am 15. Mai und endet am 15. Juni 2019. In diesem Zeitraum finden die beim Reklamat!onsteam angemeldeten Diskussionsrunden im privaten oder beruflichen Rahmen mit jeweils maximal zehn Teilnehmenden statt. Der*die Moderator*in hat die Runde zuvor terminiert und erhält per Post das kostenlose Moderationspäckchen zugeschickt. Es enthält einen Moderationsleitfaden und alle weiteren erforderlichen Materialien. Der*die Moderator*in benötigt etwa eine halbe Stunde, um sich auf die Veranstaltung vorzubereiten.

    Die Dauer einer Diskussionsrunde beträgt zwei Stunden.

    In den Diskussionen sollen die Mängel der Jugendhilfe beschrieben und entsprechende Forderungen zur Verbesserung entwickelt werden.

    Im Anschluss daran trägt der*die Moderator*in die Ergebnisse der Gruppendiskussion online in einen Fragebogen ein.

    Nach Beendigung der Diskussionsphase wertet das Reklamat!onsteam die Ergebnisse aller Gruppen aus und sortiert die Forderungen nach Oberthemen. Ein daraus erstellter Gesamtkatalog aller Forderungen wird anschließend jedem*r einzelnen Diskussionsteilnehmer*in online zugesendet, mit der Aufforderung, erneut über die Priorität der Forderungen abzustimmen.

    Nach dieser Abstimmung aller Beteiligten stehen die wichtigsten Forderungen der großen Jugendhilfe-Reklamat!on fest und werden veröffentlicht.

  2. Die Kreativphase

    Nach den Sommerferien beginnt die sechswöchige Kreativphase, die vom 13. August bis zum 23. September 2019 stattfindet und mit der Veröffentlichung der Ergebnisse beginnt.

    In diesem Zeitraum sind alle Teilnehmer*innen der Kampagne aufgerufen, den energetischen Schwung der Diskussionsrunden und der erarbeiteten Ergebnisse der vielen Beteiligten zu nutzen, um die Misere und die Anliegen der Jugendhilfe laut und deutlich zum Ausdruck zu bringen, sie auf diese Weise öffentlich zu machen, sich gegenseitig zu stärken und in diesem Geiste zusammen zahlreiche große und kleine, klassische und ungewöhnliche, neue und kunstvolle Protestaktionen durchzuführen.

Über das Reklamat!onsteam können sich die Teilnehmer*innen online vernetzen und gemeinsam lang geplante oder spontane Aktionen organisieren, wie z. B. Demonstrationen, Besuche bei Abgeordneten, Streiks, Kunstaktionen und vieles andere mehr.

Für Rückfragen könnt ihr uns unter reklamation@dbsh-berlin.de erreichen.